Kubanischer Frust

Vielleicht hatten wir einfach Pech. Vielleicht sind wir verwöhnt (oder es mit den Worten eine Freundes auszudrücken „südostasienversaut“). Vielleicht war die Hauptsaison im Juli/August einfach nicht die ideale Zeit für einen entspannten Kuba-Urlaub. Kuba war (kulturell und geschichtlich) sehr interessant und landschaftlich unglaublich beeindruckend und wunderschön, aber unsere Reise insgesamt ziemlich frustrierend.

In unseren 3 Wochen in Kuba im Sommer 2016 waren wir begeistert von den Stränden (karibisches Meer hat schon was!), den pastellfarbenen amerikanischen Oldtimern, den Pferden und Hühnern überall (auch auf der Autobahn), der Musik, der üppig grünen tropischen Vegetation, dem Rum. Wie man es sich halt erwartet und vorstellt.

Vor allem, wenn ihr euch für Geschichte und Kommunismus interessiert, solltet ihr unbedingt bald hinreisen. Auch wenn ihr einen Cluburlaub in einem All-Inklusive Resort in der Karibik machen wollt. Für individualreisende Familien mit begrenztem Budget gibt es allerdings definitiv entspanntere Urlaubsziele. 

Die unglaublich langsame und komplizierte Bürokratie haben wir als frustrierend empfunden (z.B. zum Geldwechseln durfte immer nur 1 Person in die Bank, wo dann jede Nummer jedes Geldscheines handschriftlich notiert und anschließend nochmals kontrolliert wurde (von beiden Währungen), während draußen die Warteschlange rund um den Block ging, bei 35°C und keinem Schatten.). Bankomaten waren rar, und der abhebbare Betrag limitiert.

Die kubanische Strandkultur war ärgerlich. Im Juli/August haben viele Kubaner selbst Urlaub, die Strände sind deshalb gut gefüllt und leider sehr schmutzig. Plastik überall. Im Sand, unter den Palmen, und vor allem im Wasser. Was für ein Schreck, als wir die Taucherbrille aufsetzten, Der Meeresboden war übersät mit tausenden Plastikbechern. Mit kamen die Tränen. Zuerst verstanden wir auch gar nicht woher der ganze Müll kam, bis wir beobachten konnten, wie Strandbesucher gemütlich im Wasser Rum tranken, und die leeren Becher einfach fallen ließen.  

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Erfahrungsgemäß kommen wir recht rasch in Kontakt mit Einheimischen. Egal wo.  Kuba war das erste Land, in dem wir uns bis zum Ende unserer Reise als absolute Außenseiter fühlten. Papa und die Kinder unterschieden sich optisch nicht wirklich von Kubanern, trotzdem fühlten wir uns nie wirklich willkommen/heimisch, und mussten ständig Touristenabzockversuche abwehren.

Was uns jedoch am meisten frustrierte war die kubanische Küche. Wir lieben Essen, wir lieben essen. Deshalb reisen wir besonders gerne in Länder, die für ihre gute Küche bekannt sind (Thailand!!!). Es war uns schon klar, dass Kuba diesbezüglich eine kleine Herausforderung werden könnte, vor allem, da wir kein Fleisch essen. Wir erwarteten lecker Reis und Bohnengerichte, frischen Fisch, Gemüse, und exotische Früchte. Logischerweise kann ein kommunistisches Land mit einem Handelsembargo nicht mit vollen Supermarktregalen und breiter Palette aufwarten. Wir waren trotzdem schockiert zu sehen, dass viele Regale komplett leer waren, es im Supermarkt in Varadero nur Wasser, Rum, Dosenfisolen und deutsches Dosensauerkraut gab. Sonst nichts. Nichts! Warum gibt es in einem so fruchtbaren Land kein frisches Gemüse und Obst in den Läden? Ab und zu verkaufte jemand an einer Straßenecke Früchte aus dem eigenen Garten, da schlugen wir immer sofort zu. Wir ernährten uns die 3 Wochen im Prinzip von Reis&Bohnen (leider zu oft nicht weich genug gekocht), Fisch (leider meist hart&trocken gegrillt (Derek schickte einmal sogar ein Fischfilet zurück weil er dachte es sei Schwein, man konnte es kaum mit dem Messer schneiden), Eiern, Weißbrot (Hot dog Brot mit Öl drauf, dass es schön glänzt), und Mangos. Ich war noch nie so hungrig im Urlaub (und hungrig bedeuted grantig!) Die Kinder waren enttäuscht, weil es in den 3 Wochen nur 1x Eis gab (die Eistruhen waren immer und überall leer). Nachdem es auch kaum eine Internetverbindung gab, baten wir Verwandte und Freunde daheim per sms auf Tripadvisor nach guten Lokalen zu suchen. Leider waren sogar die topgelisteten Restaurants meist eine Enttäuschung. Besonders die Pizzerias, die einen sehr seltsamen Käse verwendeten, der irgendwie einen ranzigen Geschmack hatte. Das muß ein Standardkäse gewesen sein, denn dieser wurde überall verwendet. Das frustrierendste daran war, dass man für mehr schlecht als rechtes Essen viel zahlte (europäisches Preisniveau).

Falls ihr plant mit kleinen Kindern nach Kuba zu reisen, denkt daran, es ist ein Ding der Unmöglichkeit Windeln, Babynahrung, oder Snacks zu finden. Auch die Regale der Apotheken waren sehr spärlich bestückt. Wir suchten in Havanna 2 Tage lang vergeblich eine normale Seife, schlussendlich klauten wir einen vom Klo eines Restaurants. Nehmt am besten alles von daheim mit, besonders Windeln, Sonnencreme, Zahnpasta, Medikamente, Insektenschutz, etc.

Wir fanden recht günstige Tickets nach Kuba (Wien-Düsseldorf-Varadero mit Airberlin unter 500 eur), und planten vor Ort günstig zu reisen, mit Rucksack, wie üblich, und in Privatunterkünften (casa particulares) zu übernachten. Der Urlaub wurde insgesamt aufgrund der hohen Essens-und Transportkosten dann leider viel zu teuer.

Dies sind unsere persönlichen Highlights bzw. unsere Empfehlungen für euch:

  • Bucht casa particulares schon vorab daheim, da es sehr schwierig ist, dort eine Internetverbindung zu finden. Wir empfehlen folgende Seite, die Privatunterkünfte auf fast der ganzen Insel anbietet: https://www.bbinnvinales.com

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  • Macht unbedingt eine Oldtimer-Cabrio-Tour durch Havanna. Das ist zwar super touristisch aber toll! Unsere Mädchen durften das Auto aussuchen. Es wurde natürlich rosa Barbie-Auto.

 

  • Besucht Vinales und reitet durch Tabakplantagen. Ist zwar auch touristisch aber landschaftlich wunderschön und eine Riesenspaß!
  • Trinidad ist eine hübsche Stadt, aber der nahegelegene Strand Playa Ancon war sehr schmutzig und voller Quallen. Wir wurden alle gestochen.

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  • Am besten hat es am Cayo Guillermo gefallen, eine vorgelagerte Insel im Norden Kubas, die leider nur für Touristen geöffnet ist (Checkpoint wo Reisepass und Reservierung kontrolliert werden). Es gibt dort daher auch keine Privatunterkünfte, sondern nur große Hotels, allesamt sehr teuer. Die Strände sind jedoch paradiesisch und sauber. Wir übernachteten im billigsten der Hotels dort, zahlten etwa 150 eur/Nacht/all inklusive, was für unsere Verhältnisse extrem viel ist. Für diesen Preis war das Hotel recht einfach und etwas reparaturbedürftig, das Essen jedoch ganz gut. Das Resort hat in den letzten Jahren mehrmals Hotelkette gewechselt, kann also sein, dass es inzwischen besser oder schlechter ist: https://www.tripadvisor.at/Hotel_Review-g666625-d6220008-Reviews-Sercotel_Club_Cayo_Guillermo-Cayo_Guillermo_Jardines_del_Rey_Archipelago_Ciego_de_Avil.html.

Frustrated in Cuba

Maybe we are spoilt. Maybe we were just unlucky. Maybe we had first world problems. Maybe peak season is not the best time to visit. Cuba was interesting and incredibly beautiful, but horribly frustrating.

When we spent a few weeks there in July and August 2016, we loved the beaches (that Carribean water!), the colorful American cars as old as grandma, the horses and chickens everywhere, the music, the lush green landscape, the rum. 

If you are interested in history and want to experience communism first hand, go visit! Cuba is not a relaxing destination though.

We were frustrated about the annoyingly slow bureaucracy everywhere (i.e. only 1 person at a time in the bank, where every number on every note has to be written down by hand and double checked while there are 50 people waiting in line in the sun). ATMs were hard to find, and the amount of money you could take out very limited.

We were angry about the Cuban beach culture. Since we were there in July and August, during the Cubana holidays, the beaches were very crowded with locals and unfortunately dirty.  Plastic waste is a huge issue, there were literally thousands of plastic cups under water, everyone just dropped their rum cups straight into the sea. We were shocked.  

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Usually we have no problems getting in contact with locals, interacting, chatting, feeling welcome. Cuba was the first country we have ever been to, where we couldn’t get close, where we felt like absolute outsiders. Derek and the kids blended in optically, but still there was a huge distance, and there were a lot of scams to look out for.

What was the most difficult part for us though, was food. We love food, we love eating. That’s why we enjoy going to countries known for their cuisine (We love Thailand!). We knew Cuba might be a challenge because we don’t eat meat, but we expected delicious rice & beans, fresh fish, and tons of tropical fruit. Yes, we understand that in a communist country with a trade embargo food might be scarce, supermarket shelves empty (except for rum), but why can you only get canned veggies in a green and fertile country? Canned string beans, canned German sauerkraut, or green tomatoes? So we basically lived off rice&beans (too often undercooked), fish (usually overcooked = dry and hard (Derek even sent it back once because he thought it was pork)), eggs, white bread (hot dog buns with oil on top to make them shiny) and mangos. It was even hard to find mangos sometimes. I have never been so hungry on vacation (and therefore quite grumpy). The kids couldn’t believe that there was only one kind of ice cream which was usually sold out. We were pretty desperate. Since there was basically no internet, we text messaged to family and friends back home, asking them to check on tripadvisor for restaurant recommendations in certain locations, and they messaged back. However, even the top listed restaurants were usually very disappointing. Especially pizzerias because of some strange kind of cheese that made us gag. All the pizzerias used it. On top of the disappointing meals, prices were very high (European prices), which made it even more disappointing.

Also, if you want to go to Cuba with small kids, be aware that it is hard to find diapers, baby food or snacks. Pharmacies are empty. We unsuccessfully searched for a bar of soap in Havana for 2 days, so we ended up stealing one from a restaurant toilet. Make sure you bring anything you might need from home. Especially diapers, sunscreen, toothpaste, basic medication, mosquito repellent, and so on.

We had found cheap flights to Cuba (Vienna-Düsseldorf-Varadero on airberlin for under 500 eur), and had planned not to spend too much there. We backpacked and stayed in casa particulares (private homes) which were affordable. The trip ended up being extremely expensive though because of very high food and local transport costs.

These were our highlights and the parts of the trip we would recommend:

  • Book casa particulares ahead because it is hard to find an internet connection there. We recommend the following site that offers accomodation in most Cuban towns: https://www.bbinnvinales.com

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  • When in Havana make sure to take a tour in an oldtimer convertible. Yes, that’s touristy but awesome.

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Will we go back? Probably not. We are glad we’ve seen it, but the world is too big to go back to a place that you didn’t enjoy so much the first time.

Portugal 2014 (deutsch)

Im Juli 2014 verbrachten wir 2,5 Wochen im Süden Portugals. Zoe feierte in diesem Monat ihren 2. Geburtstag, weshalb wir unseren Rückflug so legten, dass sie noch als „Infant“ (gratis am Schoß) fliegen konnte, um Geld zu sparen.

Wir bevorzugen einsame Strände, am besten in Südostasien. In Europa ist Portugal wohl eines der wenigen Länder, wo man zur Hochsaison noch halbwegs leere Strände ohne Menschenmassen findet. Leider ist das Wasser recht kalt.

Die ersten paar Tage verbrachten wir in Lissabon, wo wir eine kleine, günstige Wohnung auf airbnb.com mieteten.

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Für Familienreisen in Europa können wir airbnb nur empfehlen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist besser als bei Hotels, man hat für Kinder mehr Platz als in Hotelzimmern, und eine Küche ist immer praktisch, besonders wenn man kleine schwierige Esser verpflegen muss. Es ist auch weitaus günstiger selbst zu kochen, als 3x täglich zu viert auswärts zu essen.

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Lissabon war interessant und wunderschön, aber in diesem Monat war es sehr heiß (~35°C). Wir gingen es langsam und gemütlich an, mit vielen Pausen im Schatten, in kleinen Cafes und Saftbars.

Anschließend fuhren wir dem Zug nach Tavira an der Algarve. Bahnreisen in Portugal sind angenehm, leistbar, klimatisiert, Züge sind pünktlich und modern.

Tavira ist eine nette Stadt an einem kleinen Fluss. Von dort fahren kleine Boote an eine vorgelagerte Insel mit Campingplatz, einem tollen, weitläufigen Strand, und einigen Fischrestaurants.

Der Wellengang an diesem Strand ist eher für Surfer als für Schwimmer geeignet, außerdem ist das Wasser recht kalt. Den Kindern (2 und 6) hat es trotzdem gut gefallen. Sie spielten im Sand, liefen vor Wellen weg, und kühlten sich mit Kübeln ab.

In Tavira übernachteten wir im eindrucksvollen Convento Das Bernardas (https://www.tripadvisor.at/Hotel_Review-g285715-d7621640-Reviews-Convento_das_Bernardas_Residence-Tavira_Faro_District_Algarve.html), ein ehemaliges Kloster, das in einen wunderschönen Apartmentkomplex umgewandelt wurde. Wir fanden ein sehr günstiges Angebot auf booking.com, da das Convento erst kurz davor eröffnet wurde. Die Wohnungen sind perfekt sauer, geschmackvoll eingerichtet, und die Küchen perfekt ausgestattet. Es gibt selbstverständlich auch Klimaanlage, Waschmaschine und Trockner. Leider sind in der Abenddämmerung sehr viele Mücken unterwegs.

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Anschließend verbrachten wir ein paar Tage in Carvoeiro, einem kleinen Ort an der Algarve. Auch hier übernachteten wir in einer kleinen Wohnung, gebucht auf airbnb.com, mit Pool und Garten. Wir mieteten hier auch ein kleines Auto, um die vielen verschiedenen Strände in der Umgebung zu erkunden. Die Strände in dieser Gegend sind beeindruckender als in Tavira, aber teilweise nicht einfach zu erreichen, dafür ist das Wasser ruhiger. Ein Auto ist unumgänglich!

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Portugal 2014 (English)

In July 2014 we spent 2,5 weeks in Portugal. Zoe was turning two later that month, so, in order to save money, we made sure to fly back before her 2nd birthday. That way she still traveled as an infant and basically for free.

We don’t like mass tourism. Portugal’s beaches are far less crowded that most other European beaches in the south.

We spent the first few day in Lisbon, where we rented a small apartment on airbnb.com.

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We can definitely recommend airbnb.com apartments for family travel in Europe. They are usually quite affordable, offer more space for kids to run around than hotel rooms, and you have a kitchen, which is easier in case you have little fussy eaters, and also cheaper than eating out three meals a day.

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Lisbon was ok with kids but very hot that month. We took our time checking out the city, and took many little breaks at little cafes and juice bars.

From Lisbon we took a train all the way down south to Tavira on the Algarve coast. Trains in Portugal are modern, affordable, and reliable.

Tavira is a cute medium sized town on a small river. From the riverside you can take a boat to an island a few kilometers away, where you can find a campground, an amazing beach (big waves and surfers), and a few seafood restaurants + beach bars.

The waves at this beach were too big for our two and six year olds unfortunately, but they still had fun playing in the sand, running from waves, and cooling off with buckets.

In Tavira we got a great deal at the impressive and beautiful Convento Das Bernardas (https://www.tripadvisor.at/Hotel_Review-g285715-d7621640-Reviews-Convento_das_Bernardas_Residence-Tavira_Faro_District_Algarve.html), a former convent turned into an amazing plot of apartments with pools. They had just opened then, and it was very cheap and not fully booked. The apartment was big, spotless, tastefully furnished, with a perfectly euqipped kitchen, a washing machine, AC, basically anything you could ever need. The only downside were tons of mosquitoes as soon as the sun went down.

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Our next destination was Carvoeiro, a village on the Algarve coast. We stayed at an airbnb apartment with garden and pool, and rented a small car to explore the various nearby beaches. In contrast to the Tavira area, the beaches here are much more impressive and the water is calmer, so also children can swim. Some beaches are not that easy to climb down to though. We recommend to rent a car and look around.

We also recommend an excursion to the Atlantic coast of Portugal. We enjoyed the lighthouse and beaches at the corner of Atlantic and Algarve coast.

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Past Destinations / Wo wir schon waren